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Mit weichen, lang geschwungenen Linien empfängt uns die Landschaft und ein leicht ansteigender Feldweg weist uns den Weg durch die „rolling hills“ der Eifel. Seit Monaten kreisen Telefonate nur noch um das eine Thema. Das Virus begrenzt das Treffen mit Freunden und Familie, engt unsere Gespräche und auch unsere Gedanken ein. Doch hier in der kühlen Herbstluft und mit Abstand atmen wir drei Freundinnen erst einmal tief ein und tief aus. Unsere Blicke wandern zu jenem Gebäude, das in der Ferne wie ein riesiger Baumstamm oder ein Schloss auf dem Hügel nistet. Bereits nach wenigen Schritten verfallen wir in den vertrauten Erzählton, schmieden beschwingt Pläne für die Zeit nach dem blöden Virus.

Dabei kommen wir der Bruder-Klaus-Kapelle des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor immer näher. Fünfeckig, fensterlos und zwölf Meter hoch türmt sie sich auf dem Feld bei Mechernich-Wachendorf vor uns auf. Die dreieckige Stahltür wirkt ein wenig wie der Eingang zu einem Tipi, nur dass ein Kreuz darüber thront. Wir dürfen die Kapelle derzeit nur einzeln betreten. Innen erwartet mich ein unerwartet runder, dunkler Raum mit langen rußigen Betonrillen, die vom verbrannten Gerüst aus Fichtenstämmen stammt. Licht fällt diffus durch Glaspfropfen in den Wänden und die Öffnung weit oben in der Decke. Ein ergreifender Raum.

Egal, woran man glaubt – hier im Lichtschacht, auf der kleinen hölzernen Bank braucht es wenig, um für ein paar Sekunden über das Konkrete hinaus zu denken. Und um sich dann an das Naheliegende zu erinnern: Einatmen, ausatmen – dabei die Liebsten, Familie und Freunde genießen! Ein Spaziergang zur Feldkapelle eignet sich gerade 2020 als Weihnachtsgeschenk. Wie schön müssen diese weite Eifellandschaft und der Zumthor-Bau wohl im Schnee aussehen?

www.feldkapelle.de

 

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